STEINBACHER_HERNDLER ::: DER WANDEL MOTZT

EINLADUNG


21. September 2010, 21.00 Uhr
Villa Elisabeth, Invalidenstraße 3, 10115 Berlin

Die LIEDERTAFEL der Sing-Akademie zu Berlin bringt:
„der wandel motzt“
Lesung und Sprechextrakte.
Ein Abend mit dem Poeten Christian Steinbacher und dem Komponisten Christoph Herndler
Es liest der Autor und
es singen Claudia HERR, Jens Holger HOPP und Nathalie SIEBERT.

Dass der Wandel selbst es ist, der „motzt“, sprich: aufbegehrt, liegt in der Natur eines Be-Schreitens. Unter dem Titel „der wandel motzt“ (so der Titel eines älteren Gedichtbands Steinbachers) bieten der Poet Christian Steinbacher und der Komponist Christoph Herndler, beide in Oberösterreich lebend und bei der Liedertafel zu Gast, Einblick in ihre Arbeit.

Die beiden haben zuletzt mehrmals zusammengearbeitet, so etwa für den Auftritt „vorlautes nieseln“ oder für die im Kulturhauptstadtjahr 2009 im Linzer Brucknerhaus realisierte Aufführung „SUBJEKT/OBJEKT“ für 3 Vokalisten, 12 Instrumentalsolisten, einen Performer und einen Zeichner (Set: Markus Scherer).

Am PROGRAMM stehen einige Gedichte sowie das Extrakt der Stimmanteile von „SUBJEKT/OBJEKT“, das der Komponist mit VokalistInnen aus dem Umfeld der Liedertafel für den Abend einstudiert hat.
(Norbert Trawöger schrieb zur Aufführung von „SUBJEKT/OBJEKT“ von „nie vorherhörbaren klingenden Wandlungen, die […] in ihren präzisen Formulierungen beinah hypnotisierende Wirkung haben“.)

Im Mittelpunkt seiner Arbeiten steht für HERNDLER die Frage der Notation: Florian Neuner betont, dass der Komponist dabei (im Sinne einer Enthierarchisierung der Rollen) von keiner konkreten Klangvorstellung ausgeht, aber die Voraussetzung dafür schafft, dass die unterschiedlichsten Klänge sich ereignen können.– Zu STEINBACHERs letztem Gedichtband hob etwa Paul Jandl in der NZZ ein von einer vitalen Kraft durchpulstes, physisches Eigenleben der Worte und deren kunstvolles Oszillieren hervor, Petra Nachbaur ein Schreiben als Ausreizen von Grenzen. Friedrich Block merkte kürzlich an, wie hier das Poetische konzentriert, authentisch und dabei flexibel, leichtfüßig und humorvoll verfolgt wird.



Christoph Herndler, geboren 1964, lebt in Gaspoltshofen (Oberösterreich). Er studierte Orgel, Elektroakustik und Komposition (bei Haubenstock-Ramati) in Wien und Kalifornien. 1997 gründete er das Ensemble EIS. Seine Schwerpunkte liegen in der grafischen und intermedialen Partitur.

Christian Steinbacher, geboren 1960, lebt als Autor, Herausgeber und Kurator (u. a. des Festivals „Für die Beweglichkeit“) in Linz. Buchpublikationen seit 1988, zuletzt u. a. „Zwirbeln, was es hält. Gedichte“, 1996. (Werkauflistung siehe auf Christiane Zintzens in/ad/ae/qu/at = www.zintzen.org)


(Dieses Frühjahr hat sich Steinbacher mit einem Langgedicht gegen 10 Prosafinalisten beim Literaturpreis Wartholz durchsetzen können, das inzwischen aktuell auch als parallel zu Herndlers Komposition „quick sand“ für 2 Klarinetten zu sprechender Text realisierbar ist.)

Der Tradition der Liedertafel folgend wird im Vorfeld der Aufführung (20:00 Uhr) eine Aufgabenstellung für Dichter und Sänger angeboten, und zwar ein „Schreiten mit Christoph Herndler“.

Zur LIEDERTAFEL siehe www.die-liedertafel.de